Sonntag, 7. Februar 2021

Ein Octopussy zum Kuscheln

Dieser Post enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

Hallo Ihre lieben Kreativen da draußen, 

heute stelle ich Euch einen weiteren kuscheligen Sofa-Belagerer vor:

Octopus-Stofftier aus Nicki-Stoff
Die MACHT der ACHT


Wer meinen Blog hier regelmäßig liest, weiß, dass ich großer Fan von Meeresgetier bin: Frotteewale, Haifischmäppchen, Nicki-Rochen und so ein Zeugs werden unter meiner Nähmaschine zum Leben erweckt! Und was ich ja immer wieder erstaunlich finde: Sobald ein Stück Stoff Augen hat, hat es sogleich eine Seele und man muss es lieb haben 😍

Bei allem schon vorhandenem Meeresgetier: Ein Oktopus fehlte bisher noch in meiner Sammlung. Lange hab ich überlegt, ob er nun aus Frottee oder doch eher Nicki-Stoff sein sollte...

Aber alleine bei dem Gedanken daran, 8 (ACHT!) Arme aus nicht-dehnbarem Frottee wenden zu müssen, habe ich mich spontan für stretchigen Nicki entschieden 😉



Schnittmuster

Es gibt einige tolle Schnittmuster für Oktopusse und Kalmare im Internet! Da kann man sich wirklich total austoben. Aber die meisten waren mir echt zu kompliziert und so ganz naturgetreu sollte/musste „mein“ Octopussy auch gar nicht aussehen. Nach langem Grübe ln – und da ich sowieso gerade dabei war, Beanie-Mützen zu nähen – hab‘ ich mich dann für eine supereinfache Variante entschieden:

Eine Beanie-Mütze (z.B. diese hier von Hamburger Liebe, inkl. kostenlosem Schnittmuster + Anleitung) ist leicht genäht und hat -  etwas verlängert und ausgestopft  - eine ähnliche Form wie ein Oktopus-Kopf. 

Mmmhhh, fehlen nur noch der "Boden" und die Arme. Der Boden ist schnell zugeschnitten als Stück kreisförmiger Stoff, Größe bzw. Radius mit der Geheimformel "Umfang = 2 x π x Radius" ermittelt, wobei Umfang der Kopfumfang der Mütze (oder des Meerestieres ist ;-)

Die Arme habe ich mir selber gezeichnet. Sie sollten schlicht und schlauchförmig sein, nur eine Seitennaht haben, und von der Länge her ca. 1/4 - 1/3 länger sein als der Kopf, damit die Proportionen echt wirken. 

Hier die Vorlage für die Arme:

Und das braucht Ihr für den Octopussy

  • Nicki-Stoff in gewünschter Größe
  • aufbügelbare Wimpernaugen (z.B. von Buttinette)
  • Stickvlies
  • Füllwatte

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Schnittmuster für die Beanie-Mütze ausschneiden (meine Mütze ist für einen Kopfumfang von 54 cm) und nach unten hin zur Kopföffnung einfach nach Gusto verlängern.
  • Vorlage für die Arme ausschneiden (durch skaliertes Drucken könnt Ihr ja die Länge/Breite der Arme nach euren Wünschen anpassen).
  • Mit dem Zirkel einen Kreis zeichnen (Kreis-Radius x 2 x π  = Kopfumfang der Beanie-Mütze), der als "Boden" für den Octopussy dient (eigentlich hat er dort ja Mund und After..., aber egal, so genau wollten wir es ja gar nicht wissen ;-) 
    PLUS ca. 1cm Nahtzugabe zusätzlich zugeben. 
  • Stoffe zuschneiden (1x verlängerte Beanie-Mütze , 1x Kreis, 8x Arme)
  • Beanie-Schnitt nach Anleitung von Hamburger Liebe wie eine Mütze nähen. Wichtig: Wendeöffnung auf einer langen Seite lassen. 
  • Wenden und auf der rechten Stoffseite Augen aufbügeln und wenn gewünscht einen Mund aufsticken (v.a. bei Nickistoff unbedingt Stickvlies unterlegen oder vorher auf die linke Seite aufbügeln!)
  • Arme jeweils an der Umbruchlinie rechts auf rechts klappen und steppen; Öffnung oben nicht schließen. Arme wenden und mit Füllwatte ausstopfen. ACHTUNG: das ist mega viel Arbeit und ihr solltet Euch hierfür genug Zeit nehmen und am besten nette Musik hören, sonst wird's öde ;-)
  • Jetzt die Öffnungen der fertig gefüllten Arme mit ein paar Steppstichen schließen und die Arme nach und nach an die Mütze annähen (rechts auf rechts). Macht Euch am besten Markierungen, damit ihr alle 8 Arme "unterbekommt" und nicht am Schluss kein Platz mehr ist.
  • Nun könnt ihr den Kreis rechts auf rechts auf die Beanie-Mütze stecken und rundherum feststeppen. Die Arme liegen hierbei in der Mütze. Hört sich komplizierter an, als es ist. Einfach ausprobieren. Das sieht dann so aus: 
  • Jetzt durch die Wendeöffnung wenden, schön mit Füllwatte füllen:

  • Wendeöffnung mit dem Leiterstich schließen und FERTIG ist Euer Kuschel-Octopussy! 
Meiner hat auch direkt einen neuen Freund gefunden: den Wal-Hai von Ambazamba 😍
Oktopus-Kuscheliter mit kleinem gelben Wakhai-Mäppchen
BEST FRIENDS FOREVER

Und hier geniest er die ersten Sonnenstrahlen auf dem Balkon...



Beim Googlen habe ich noch einige spannende Infos zu diesen wunderbaren Tieren gefunden: So kann der pazifische Riesenkalmar tatsächlich ausgestreckt von Arm zu Arm eine Spannweite von 10 Metern !! und ein Gewicht von 270 kg erreichen. Der kleinste unter diesen Kopffüsslern ist der Pygmäenkrake mit 3 cm Durchmesser....er passt auf eine Fingerkuppe....wie NIEDLICH 😍 Wegen Copyright zeige ich hier keine Bilder, aber müsst ihr echt mal googlen!

Ich hoffe Ihr habt Freude an dem Schnittmuster. Ich freu mich auch über Eure Bilder :-) 
Bitte näht den Octopussy nur für den Eigenbedarf und nennt bei einer Veröffentlichung bitte SaFtiG-Stoffe als Urheber! DANKE!
Wenn Ihr Fragen habt, schreib mir gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße und fröhliches Kreativsein!

Damaris

Verlinkt bei den kostenlosen Schnittmustern von Nähfrosch und bei der Nähzeit am Wochenende

Freitag, 1. Januar 2021

Hi Hai! - Walhai von ambazamba

- enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung - 

Hallo Ihr lieben Schneiderlinchen, 

ich hoffe Ihr hattet einen wunderschönen, wenn auch ruhigen Start ins neue Jahr!

Kennt Ihr Walhaie? Diese Tiere sind RIESIG und gehören zu den größten Fischen unserer Meere. Trotz "Hai" ernähren sie sich "nur" von tierischem Plankton und Algen! Wenn das mal kein Vorbild für das neue Jahr ist -  also Algen und so ;-)

Und hier stelle ich Euch unseren neuen Mitbewohner vor, der kurz nach Weihnachten bei uns eingezogen ist: es ist der Walhai von ambazamba - der sich gelegentlich als Mäppchen tarnt 😉

Ist er nicht ganz hinreißend? Alleine dieser Blick und das Lächeln - dem kann man nicht widerstehen!! 💗

Hier noch ein paar Detail-Ansichten: 


Ich hab ihn jedenfalls schon sehr ins Herz geschlossen! Und er wird sicher nicht der letzte Walhai von ambazamba sein, den ich nähe.

Falls Ihr auch mit dem süßen Kerlchen liebäugelt: die Anleitung ist sensationell gut erklärt und absolut empfehlenswert! Schnittmuster + Anleitung könnt Ihr bei Farbenmix herunterladen.

Liebe Grüße und fröhliches Kreativ-sein!

Damaris :-)


P.S. Die Stoffe stammen von snaply.de

P.P.S. verlinkt bei Freutag :-) 


Donnerstag, 10. Dezember 2020

Flap-Over-Tasche DIY: mit Nähanleitung und kostenlosem Schnittmuster!

Hallo Ihr Lieben,

heute gibt´s mal wieder ein kostenloses Schnittmuster + Nähanleitung 😊

Taschen kann man ja bekanntlich nie genug haben ;-). Vor einiger Zeit habe ich bei der Suche nach etwas ausgefalleneren Taschenformen diese netten, schräg geschnittenen Taschen aus Canvas entdeckt, die mir sehr gut gefallen haben. Die gibt es in vielen Größen aber auch Preisklassen…Nach einiger Sucherei im Internet dann ne Tasche bestellt, die im Rahmen eines sozialen Projekts in Thailand genäht wird. Sehr schön!

Aber irgendwie war sie mir ein bisschen zu klein und die Farben für mein sonstiges Outfit schon eher schlicht. Daher habe ich beschlossen diese Art Tasche nachzunähen in GRÖSSER, BUNTER und FESTER! 😊

Und so sieht das Ergebnis aus:

Canvas-Tasche mit übergeklapptem Rand in gelb und petrol.

Taschendetails: Karabinerverschluss,  Gurte, separate Innentasche

Taschenvorderseite mit gelbem Muster

Und auf der Rückseite hab ich noch eine Reißverschluss-Innentasche eingenäht! :-)

Taschendetails: eingenähte Reißverschlusstasche

Und? Lust aufs Nachnähen bekommen?

Hier kommt das kostenlose Schnittmuster + Nähanleitung.

Diese Zutaten braucht ihr:

  • festen Canvasstoff, jeweils für Innen- und Außentasche (Masse hängen von der gewünschten späteren Taschengröße ab)
  • Schabrackeneinlage für die Außentasche
  • Reißverschluss mit passender/kontrastierender Farbe zur Außentasche (meiner ist 24cm lang)
  • Gurtband (mindestens 2m lang), 25 mm breit
  • 3x D-Ringe in passender Breite für das Gurtband
  • Leiterschnalle (damit der Tragegurt später größenverstellbar wird)
  • 3 Karabiner mit D-Ring

Meine Tasche hat folgende Maße: ca. 43 cm hoch an höchster Stelle (nicht umgeklappt), ca. 34 cm hoch (umgeklappt), ca. 29 cm breit auf Höhe des Bodens, ca. 7 cm Bodentiefe.

Nähanleitung Tasche mit Überschlag - FlapOver-Canvas-Tasche

1. Schnittmuster (Vorder- und Rückseite) als PDF öffnen (PDF-Download)

2. Unter „Drucken“ --> „Seite anpassen und Optionen“ wählt Ihr „Poster“ und eine Teileskalierung von 390%. Am besten setzt Ihr auch Häkchen bei „Schnittmarken“ und „Beschriftungen“, dann ist das Zusammenkleben später einfacher. Jetzt sollten 8 DinA4 Seiten gedruckt werden --> diese aneinanderkleben. Beim Übertragen der Vorlage auf den Stoff muss noch die Nahtzugabe (z.B. 1cm) zugegeben werden!

3. Wenn Ihr eine andere Taschengröße nähen möchtet, könnt Ihr einfach über den Skalierungsfaktor die Größe anpassen.

4. Jetzt die Taschenteile mit Nahtzugabe (!) zuschneiden: 

  • 2x Stoff innen = Vorder- und Rückseite
  • 2x Stoff außen = Vorder- und Rückseite
  • kleine Innentasche (wenn gewünscht)
  • wenn gewünscht: 2x Stoffteil für Reißverschlussinnentasche (auf Rückseite), ich habe 2mal ein Stoffstück (28 cm breit x 22 cm lang) zugeschnitten. Das hängt aber natürlich von Eurem Reißverschluss und der gewünschten Taschengröße ab. Eine genaue Erklärung findet Ihr auch in dem verlinkten youtube-Video
5. linke Seiten der Außenteile mit Bügeleinlage (z.B. Schabrackeneinlage) verstärken.  

6. Auf dem Außenstoff der Rückseite (rechts): Stelle für den Reißverschluss markieren, Reißverschluss einnähen. Anleitungen findet Ihr zu Hauf bei youtube, z.B. „Innentasche mit Reißverschluss nähen“ mit Wendetrick), hier.

7. Zusätzliche kleine Innentasche für z.B. Geldbeutel, Handy, Kugelschreiber: Hierzu einfach ein Stück Stoff in der gewünschten späteren Innentaschengröße plus großzügiger Nahtzugabe zuschneiden, Kanten 2fach einschlagen und mit Steppstich festnähen (siehe Zeichnung)


Innentasche annähen: knappkantig aufsteppen und die Ecken oben mit Querriegeln sichern. Falls gewünscht weitere Unterteilung einnähen (siehe Zeichnung).


8. Zur Befestigung der D-Ringe kurze Gurtstücke zuschneiden, Schnittkanten mit einer Flamme vorsichtig „versiegeln“, damit sie sich nicht auflösen. D-Ring mittig auf das Gurtstück schieben, Seiten nach hinten klappen und mit der Nähmaschine fixieren. Damit der D-Ring nicht zu sehr hin und her schlabbert, habe ich unterhalb des Rings knappkantig eine Naht gesetzt. So bleibt der Ring da, wo er hin soll. Diese vorbereiteten Gurtstücke mit D-Ring auf die Taschenteile (siehe Schnittmuster) nähen, und zwar auf:
  • Vorderseite (Außentasche)
  • Rückseite (Außentasche)
  • zwischengefasst zwischen Innen- und Außentasche oben (mit Karabiner anbringen)
9. Jetzt die Innentasche rechts auf rechts zusammennähen, an der Seitennaht eine Wendeöffnung lassen. Die Taschen-Öffnung oben natürlich auch offenlassen. Das Gleiche für die Außentasche wiederholen. Hier braucht ihr KEINE seitliche Wendeöffnung lassen.

10. Abnäher für Bodentiefe, d.h. den Taschenboden an der Innen- und Außentasche nähen. Das geht ganz einfach, indem ihr den Boden in der gewünschten Tiefe formt, dadurch entsteht ein Dreieck (siehe Abb. 1-3). Dieses Dreieck könnt Ihr Euch mit Nadeln oder Klammern fixieren und mit einem Stift und Lineal die gewünschte Bodentiefe einzeichnen (Abb. 4-6). Dort näht Ihr auf beiden Seiten entlang (Abb. 7-8). Den überstehenden Stoff (Spitze) einfach abschneiden (Abb. 9-10). Dabei nicht die Naht “verletzen“.





11. Gurtband vorbereiten: Ein Gurtende durch den D-Ring mit Karabiner ziehen und festnähen. 

12. Das andere Gurtende erst durch die Leiterschnalle ziehen, dann durch den D-Ring mit Karabiner auf der anderen Taschenseite fädeln und zurück zur Leiterschnalle führen. Jetzt das Gurtende, wie auf dem Foto gezeigt, auf einer Seite des beweglichen Mittelteils der Leiterschnalle durchfädeln und gleich wieder auf der anderen Seite des Mittelteils zurückführen. Gurtende festnähen. Wenn Ihr Euch unsicher seid, könnt ihr auch bei einer eurer Taschen „spickeln“, so habe ich das auch gemacht. Da bekommt man sonst einen Knoten im Kopf 😉

So sieht das aus: 



13. Jetzt habt Ihr es fast geschafft! Die Taschenteile rechts auf rechts ineinanderstecken und entlang der Taschenöffnungskante zusammennähen. Jetzt könnt Ihr die beiden Taschen (innen- und Außentasche) auseinanderziehen: 


und durch die Wendeöffnung wenden. Wendeöffnung schließen und Innentasche in Außentasche stecken. Wenn ihr möchtet, könnt ihr jetzt noch die Taschenöffnung knappkantig absteppen. YIPPIEH! FERTIG!! 😊

Bitte beachten: Das Schnittmuster darf bitte nur für den Eigenbedarf genutzt und nicht kommerziell verwertet werden. Maximal 10 Einzelstücke nähen! Vielen Dank, dass Ihr mich als Urheberin nennt. 

Wenn Euch die Nähanleitung gefallen hat, freue ich mich total über Eure Kommentare. Auch wenn Ihr Fragen habt, schreibt mir gerne eine Nachricht! Und wenn Euch mein Blog und die Anleitungen gefallen, freue ich mich über eine kleine Spende (Spendenbutton siehe oben rechts auf der Webseite). Vielen Dank!

  

Liebe Grüße und Euch allen eine schöne und kreative Vorweihnachtszeit!

Damaris :-)







Montag, 26. Oktober 2020

Retro-Liebe zum Anziehen! Bonnie & Buttermilk DIY-Nähsets

Hallo Ihr Lieben, 

wie Ihr ja wisst, haben es mir Retro-Muster aus den 70ern und 80ern schwer angetan. Ich glaube das ist echt so ein Kindheitsding...da wird´s mir immer warm ums Herz :-)

Als Retro- und auch treuer BERLIN-Fan kenne und liebe ich schon seit Jahren das Label "Bonnie & Buttermilk": Zwei tolle Frauen, die wahnsinnig schöne Stoffdesigns entwerfen und die Stoffe in Deutschland drucken lassen. Und ihr Laden vor Ort liegt am Kollwitz-Platz in Prenzlauer Berg. WAS für eine coole Kombination ist das denn?! 😁

Vor einigen Jahren hab ich mir schon mal einen herrlichen Äpfelchen-Hoodie gegönnt und zu meinem diesjährigen Geburtstag habe ich dann die DIY-Nähsets von Bonnie & Buttermilk entdeckt! 

Die Sets enthalten alle Schnittteile fertig zugeschnitten (inkl. Knipsis), Knöpfen, Label etc, alles mit dabei inkl. Nähanleitung als PDF. Na dann, nix wie ran an die Overlock!

Und das sind die Ergebnisse: Ich LIEBE meine beiden neuen Sportys in den Designs "Tigerlilly" und "Marikka". YEAH 💓



Hier mal ein paar Details: 

...und mit dem original-Label, dem Größenschildchen und der einnähbaren Waschanleitung sieht das Shirt superprofessionell aus....nur glaubt mir jetzt niemand mehr, dass ich es selbst genäht habe ;-)





Na? Lust aufs Nachnähen bekommen? Hier findet Ihr die DIY-Sets von Bonnie & Buttermilk bei Etsy!

Genießt noch den wunderschönen goldenen Herbst! 
Liebste Grüße
Damaris




Erforderlicher Hinweis: Dieser Post ist keine Werbung! Ich erhalte dafür keine Vergünstigungen oder sonstiges von Bonnie & Buttermilk. Die Nähsets habe ich selber bezahlt. 


Samstag, 18. Juli 2020

To Boldly Go .... meine eigene STAR TREK-Uniform!


TO BOLDY GO Where No one has gone before!


Gestern - Heute- Morgen

So lange ich denken kann bin ich STAR TREK-Fan! Aber eigentlich nur von der „The Next Generation“ Serie, denn Kirk fand ich immer total blöd, machohaft, und die Effekte in der Serie waren auch miserabel.
Als die erste Folge Star Trek-TNG in Deutschland lief, war ich 14 Jahre alt - und sofort fasziniert! Mit dem Ergebnis, dass ich nicht nur alle Folgen kannte sondern auch auf VHS-Kassetten aufgezeichnet hab...sofern Ihr das da draußen noch kennt 😉.

Die Serie entwickelte sich über die 7 Staffeln hinweg enorm, wurde reifer, kritischer und jede Folge enthielt eine Botschaft und bezog gesellschaftskritische Elemente mit ein. Das fand und finde ich auch heute noch total klasse! Täglich 1-2 Folgen Star Trek schauen war absolute Pflicht und rettete den Tag, egal wie mies er begonnen hatte.

Ich träumte davon als Ärztin oder Wissenschaftlerin auf einem Raumschiff zu arbeiten – to boldly go, where no one has gone before! Tatsächlich bin ich Biologin geworden, zwar nur auf der Erde und das Universum habe ich auch nie gerettet, aber was soll's 😉

Gestern - Heute - Morgen

Heute bin ich stolze Besitzerin aller Folgen auf DVD ❤🖖🏻👍🏻. Eins jedoch wollte ich schon immer haben, so eine coole Uniform in petrolblau-schwarz: Die Symbolfarbe für den Science & Medical Bereich. So wie Beverly Crusher 😊. Immer mal wieder hatte ich im Internet nach den Uniformen gesucht, aber entweder waren sie unverschämt teuer oder -  wenn erschwinglich  - dann abgrundtief hässlich und aus 100% Polyester.

Mit dem Rivival des TNG-Captains in der neuen Serie STAR TREK PICARD war für mich klar, dass es jetzt an der Zeit war, endlich eine eigene Uniform zu nähen. Nach langer Schnittmuster-Suche bin ich bei BadWolfCostumes in den USA fündig geworden. Das Schnittmuster ist relativ teuer und Achtung: Wenn Ihr es ebenfalls kaufen möchtet beachtet die exorbitant hohen Versandkosten aus den USA plus Zollgebühren. Das Ding ist mein teuerstes Schnittmuster ever. Aber was tut man nicht alles für eine originalgetreue Uniform 😎
Nun mussten die richtigen Stoffe (Spandex) her. Fündig wurde ich bei Buttinette und Etsy. Die Farbwahl für den petrol-blau-Ton war gar nicht so einfach. Aber mit den gekauften Stoffen war ich dann doch sehr zufrieden.

Nächster Schritt: Schnittteile abpausen und auf den Stoff übertragen. Also ganz ehrlich, zwischendrin habe ich mal kurz die KRISE bekommen und fing wieder an zu googeln, ob ich nicht doch ein günstiges Kostüm kaufen könnte...UUAAAHHH. Denn seht selbst: So viele Schnittteile hat das DING!



Außerdem musste ich das Ganze etwas abwandeln, da das Schnittmuster eigentlich für einen Jumpsuit mit Reißverschluss vorne oder hinten ist, ich aber nur ein Oberteil wollte, was sich als deutlich schwieriger herausstellte, als ich dachte.
Zum Glück habe ich schon einige Jahre Näherfahrung, sonst hätte ich glaube ich alles hingeschmissen.
Leider habe ich keine „work-in-progress“-Fotos gemacht. Hier seht Ihr das Ergebnis bevor ich den unteren Saum genäht habe. Das Ganze sieht eher aus wie ein Kleid aus den Zeiten von Kirk 😉



Besonders schwierig fand ich das Zusammennähen dieser kleinen Futzelteile. Und irgendwie fehlte mir das Vorstellungsvermögen, wie das Ganze dann später zusammenpassen sollte…
Auch das Einnähen der Godets, d.h. der Ecken des petrolfarbenen Einsatzes in die schwarzen Schnittteile war richtig schwer. Und tatsächlich auch der Reißverschluss, obwohl ich das sonst ganz gut hin bekomme. Aber der Spandex-Stoff ist ziemlich fies zum RV-einnähen und außerdem musste es ja ganz genau an der Stelle passen, wo schwarz auf blau trifft. 😱😨


Dafür ist der Kragen mit der petrolfarbenen Paspel richtig cool geworden, finde ich: 



Gestern - Heute- Morgen

Und hier das Ganze angezogen inkl. Rang-Abzeichen und Kommunikator-Badge. Ich bin Lieutenant, Chief-Medical Officer. YEAH! Bin voll stolz drauf und auch wenn ich das Ding nicht oft trage – durch Corona und abgesagte Conventions hat man auch nicht so viele Gelegenheiten dazu – so freue ich mich einfach, dass ich endlich ein ganzer Trekkie bin 😉






In diesem Sinne: live long and prosper and ENERGIZE…..
Damaris


Samstag, 11. April 2020

Das Hasi und die Hühnergang - Ostern in der Corona-Zeit

Hallo Ihr Lieben!

Ich hoffe sehr, Euch fällt nicht die Decke auf den Kopf, und dass Ihr genug Möglichkeiten habt um raus in die Natur zu gehen, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen!

Ich verbringe diese verrückte Corona-Zeit gerade mit sehr viel Nähen. Yippieh! Wenigstens dafür ist es gut :-)





Heute wünschen Euch das rosa Hasi (mit Corona-Stoffmuster - *ähem* - ist mir allerdings echt erst später aufgefallen ;-))
und die bunte Hühnergang ein wunderschönes Osterfest mit ganz viel lustigem Eier-suchen, Kuchen-mampfen, die Sonne-genießen, draußen-spazieren-gehen und natürlich ganz Corona-konform den Freunden nur aus der Ferne winken😋

Voll die Hühner-Mafia im Garten... ;-)


Aber Hasi ist ganz gechillt und hat seine Mädels im Griff...oder war es umgekehrt?!






Wenn Ihr noch schnell ein paar Hühnchen nähen möchtet, findet Ihr diese wunderbare und kostenlose Anleitung hier

Das Schnittmuster für das Hasi stammt von mir. Ich werde es in einem der nächsten Posts hier verlinken, dann könnt ihr es auch gerne nachnähen.

Liebe Grüße und Euch allen FROHE OSTERN!!!
Damaris




Sonntag, 26. Januar 2020

Cotte, Surcot, Gugel und Co: Mittelalter-Gewandungen DIY

Seyd gegrüsst, Ihr holden Maiden und kühnen Recken – sofern Ihr denn des Nähens mächtig seyd!


Schon seit vielen Jahren besuchen wir als Familie Mittelalter-Feste und -Märkte; und das mit immer grösser werdender Freude und Begeisterung an der besonderen Bekleidung und den Details wie Schmuck, Waffen und weiteren Accessoires, die man hierfür (vermeintlich) braucht um möglichst authentisch auszuschauen. 😉

Nachdem wir die ersten Gewandungen (Achtung, mal sagt NICHT Kostüme) für viel teuer Geld auf eben solchen Märkten gekauft haben, war irgendwann klar, dass ich da jetzt mal selber ran muss. Eine große Hilfe hierbei ist mir dieses Buch: 


Aber wer sich in diesem Buch Vorlagen und Schnittmuster für Mittelalterkleidung in den Größen S-XL nach dem Vorbild heutiger Schnittmuster à la BURDA und Co erhofft, wird leider enttäuscht werden: In dem Buch finden sich viele viele Erklärungen zu den verschiedenen Epochen, WELCHE Kleidung von WEM, WIE und zu welchem Anlass getragen wurden; welche Stoffe verwendet wurden etc. Aber leider enthält es nur skizzenartige Zeichnungen, die einem maximal eine Ahnung davon geben, wie das Kleidungsstück zugeschnitten und genäht werde soll. 


Schnittmuster-Do-it-Yourself

Aber das Gute daran ist, dass man einfach das Schnittmuster drauflos basteln kann, und eigentlich ist das Resultat meistens ganz gut, zumindest wenn man bei der eher einfachen Kleidung wie Cotte, Surcot, Wams, Umhang, Gugel und Schnürhose bleibt. 

An komplizierte Schnitte wie hochmittelalterliche Adelskleidung habe ich mich nicht getraut. Aber das war auch bisher nicht mein Ziel. 

Folgende Ratschläge möchte ich Euch gerne weitergeben:

  • Keine Angst vorm Entwerfen eines eigenen Schnittmusters. Durch "Trial-and-Error" lernt man echt viel und nach und nach wird’s immer besser.
  • Wenn Ihr mit so einem Buch arbeitet, würde ich dazu raten das Schnittmuster auf Zeitungspapier oder ähnlich großen Papierbögen zusammenzubasteln.
  • Verwendet am Anfang am besten sehr günstige Stoffe. Dann wird’s nicht so teuer, wenn doch mal was in die Hose geht. Ich habe bisher mit dem supergünstigen cremefarbenen Baumwollstoff vom Möbelschweden gearbeitet, und die Sachen sehen echt klasse aus. Es gab im MA zwar noch keine Baumwollstoffe, aber …. so what… 😉
  • Bedenkt, dass die im Mittelalter verwendeten Stoffe der einfachen Leute Leinen-und Hanfstoffe und auch Wolle waren. Alles also nicht wirklich dehnbar. Meine erste Cotte war auch leider zu eng und musste nochmal genäht werden. 
  • Mit Schnürungen (!) vorne hinten oder seitlich werden die Kleider dann erst körpernah (siehe unten).

Materialien: 

  • Leinenstoffe und Basic-Baumwoll-Stoff vom Möbelschweden

  • Lederimitat von etsy oder Buttinette
  • Echtes Leder und Felle bekommt ihr sogar echt relativ günstig auf den Mittelalter-Märkten selbst
  • Günstige echte Wollstoffe gibt's in online-Shops

  • in diversen online Shops findet Ihr auch wahnsinnig schöne Borden, Knöpfe, mittelalterliche Gewandschliessen, Accessoires etc. Am besten mal den Begriff "LARP" eingeben; da werdet Ihr noch eher fündig als unter "Mittelalter". 

Nähen:

Wenn man es richtig authentisch möchte, kann man das ganze Zeug in nächtelanger Handarbeit von Hand nähen, so wie dies früher auch gemacht wurde….hatte ich aber keine Nerven zu :-). Ich habe zwar nicht gerade die Overlock genutzt, aber zumindest mit der normalen Nähmaschine genäht, einfacher Geradstich. Fertig. 

Und hier mal unsere Grundausstattung: 

Cotte, Umhang und Hose für den jungen Recken





und so sieht das Ganze am Kinde aus: 

Cotte mit Trompetenärmeln,  blauem Surcot mit seitlichen Schnürungen, keltischen Borden als Verzierungen und Gugel für die junge Maid



linke Gugel aus leichter Baumwolle, rechte Gugel aus Wollstoff. 
Und das Ganze am Kinde --> als Merida (leider in der Wohnung fotografiert): 

Hochmittelalterliche Bekleidung Mann:

Überknielange Cotte mit Beinschlitzen bis in den Schritt, blauer Surcot, der vorne offen getragen wird, mit Gürtel geschlossen. Statt Gugel einen  orientalisch angehauchten Turban (Kreuzritter, der aus dem Orient zurückgekehrt ist.. 😉). 

 


Hochmittelalterliche Bekleidung der einfachen Frau: 

Cotte mit Trompetenärmeln und eingesetzten Godets, blauem Surcot und Gugel. Inzwischen ist noch ein wunderbarer dunkelblauer Wollumhang mit keltischer Schließe dazu gekommen(die Fotos folgen noch). 



und von mir mit Gürtel, Schmuck und Gugel getragen: 

Wenn Ihr Fragen zu den Schnitten, Materialien und sonstigem habt, könnt Ihr mir gerne einen Kommentar hinterlassen!  

Viel Spaß beim Nachnähen und einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße 
Damaris

P.S. Die Fastnet ist ja auch nicht mehr lange hin: diese und weitere Kostümideen findet Ihr auch beim Nähfrosch